Kein Komplett-Ausschluss russischer Sportler!

25. Juli, 2016 | 13:29

Bach und Putin

Das IOC gab am 24.07.2016 im Anschluss an eine Telefonkonferenz des 15-köpfigen Exekutiv-Komitees unter der Leitung des deutschen Präsidenten Thomas Bach bekannt, dass auf eine Sperre aller russischen Sportler bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro verzichtet wird.

Im Grundsatz ging es darum, ob eine Sippenhaft als Reaktion auf die Vorwürfe zum russischen Staatsdoping eine verhältnismäßige Kollektivstrafe sei oder aber nur mit einem kompletten Bann mit strengen Ausnahmeregelungen und einem Start unter neutraler Flagge dem weltweiten Anti-Doping-Kampf hinreichend Rechnung getragen werden könne.

Thomas Bach begründete den IOC-Beschluss wie folgt: „Die IOC-Exekutive stand vor einer sehr schwierigen Entscheidung. Wir mussten die Konsequenzen aus dem McLaren-Report ziehen. Wir mussten dabei die Balance finden zwischen der Gesamtverantwortung und dem Recht des Einzelnen, um jeden Athleten gerecht zu werden.“ Er wies im Weiteren darauf hin, dass jeder Athlet die Chance haben müsse, auf die Anschuldigungen zu reagieren: „Es gilt die Unschuldsvermutung. Deswegen haben wir strenge Kriterien entworfen, die jeder russische Sportler erfüllen muss, wenn er an den Olympischen Spielen teilnehmen will.“

Absolute Versagungsgründe und Ausnahmefälle sind: Kein Athlet, der im McLaren-Report erwähnt wurde, darf in Rio starten. Das Nichtvorhandensein eines positiven Dopingtestes reicht nicht als Startberechtigung. Gültig zur Entlastung sind nur internationale Tests außerhalb des russischen Systems.

Aufgrund der IOC-Vorgaben steht man nun unter erheblichem Zeitdruck, um die Ausnahmefälle klären zu können.

Letztlich wird nur eine Nachschau zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zeigen, ob der Kompromiss richtig war.

Schneehagen
Rechtsanwalt

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